01.02.2007, 171 Millionen Euro Gewinn nach Steuern, Eigenkapitalrendite erreicht 25,5 Prozent, Preisführerschaft behauptet, Marktanteile dazu gewonnen, für 2006/ 2007 steigendes Ergebnis erwartet.
Oberursel. Die Thomas Cook AG, einer der führenden Touristikkonzerne Europas, erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/2006 mit einem Gewinn vor Steuern (EBT) von 205,8 Millionen Euro und einem Jahresüberschuss von 170,8 Millionen Euro ein Rekordergebnis. "Nach erfolgreicher Sanierung und strategischer Neuausrichtung stehen wir heute wieder auf sehr soliden Füßen", sagte Manny Fontenla-Novoa, der Vorstandsvorsitzende der Thomas Cook AG. "Der Konzern steht finanziell sehr gut da und die richtigen Weichen für die Zukunft wurden gestellt. Begünstigt durch den bevorstehenden Verkauf an KarstadtQuelle haben wir nun wieder eine klare Zukunfts- und Wachstumsperspektive."Umsatzwachstum liegt über Branchendurchschnitt
Der Umsatz der Thomas Cook AG erhöhte sich im Geschäftsjahr 2005/2006 von 7,661 Mrd. Euro um 1,6 Prozent auf 7,780 Mrd. Euro. Bereinigt um Desinvestitionen lag der Umsatzzuwachs sogar bei 3,5 Prozent. Diese positive Entwicklung gelang trotz einer europaweit stagnierenden Touristikbranche. Damit konnte Thomas Cook in fast allen europäischen Märkten Marktanteilsgewinne verbuchen. Die Zahl der beförderten Gäste erhöhte sich um 366.000 auf 13,61 Millionen, ein Anstieg um 2,8 Prozent.
EBITA um 18,3 Prozent verbessert
Die Rohertragsmarge verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr geringfügig um 1,8 Prozentpunkte auf 22,2 Prozent. Dieser Rückgang ist vor allem auf den stark gestiegenen Ölpreis zurückzuführen. Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern und Wertminderungen (EBITA) verbesserte sich um 35,3 Millionen Euro oder 18,3 Prozent auf 228,5 Millionen. Das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) stieg sogar noch deutlicher und erhöhte sich um
65,8 Millionen Euro auf 205,8 Millionen Euro.
Erstmals Nettoguthaben in der Bilanz
"Beim EBTA schlägt die geringere Zinslast auf Grund der deutlich verminderten Schulden positiv zu Buche", so Ludger Heuberg, Finanzvorstand der Thomas Cook AG. Zum ersten Mal seit Bestehen weist Thomas Cook zum Bilanzstichtag ein Nettoguthaben von 55,9 Millionen Euro statt einer Nettokreditverschuldung aus. "Das belegt die Nachhaltigkeit unserer Sanierungsarbeit", so Ludger Heuberg weiter.
Alle Segmente in den schwarzen Zahlen
Seit dem 1. Mai 2006 ist der Thomas Cook-Konzern in die Segmente Kontinentaleuropa, Großbritannien und Airlines Germany eingeteilt. Alle drei operativen Segmente konnten zum positiven Ergebnis des Unternehmens beitragen. Der Bereich Kontinentaleuropa verbesserte sein EBT um 25,5 Millionen Euro auf 93 Millionen Euro. Maßgeblichen Anteil daran hatte die im wichtigen deutschen Absatzmarkt erfolgreich umgesetzte Frühbucherstrategie, die beim Kunden gute Resonanz fand und den Anteil der Last-Minute-Buchungen deutlich absenkte. Auch Großbritannien konnte das EBT um 14,7 Millionen Euro auf 127,5 Millionen Euro steigern, obwohl der britische Reisemarkt im vergangenen Geschäftsjahr bei den Buchungen insbesondere bedingt durch die Fußball-Weltmeisterschaft und die Rekordhitze um 5,4 Prozent schrumpfte. Die konzerneigene Fluggesellschaft Condor konnte trotz der exorbitant gestiegenen Kerosinpreise mit 18,0 Millionen Euro ein positives EBT ausweisen.
Investitionen in Mitarbeiter
Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr im Jahresmittel um 3.531 auf 19.775. Der weitaus größte Teil dieses Abbaus ist auf Desinvestitionen zurückzuführen, in erster Linie auf den Verkauf von Thomas Cook India und von Aldiana. Nach zwei Jahren der Sanierung verstärkte die Thomas Cook AG wieder ihre Ausgaben für die Nachwuchssicherung und die Aus- und Weiterbildung. Die Zahl der Auszubildenden erhöhte sich, eine Gruppe von Nachwuchskräften wurde für ein Förderprogramm ausgewählt.
Weiteres Wachstum erwartet
Für den Euro-Raum erwarten Experten ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent für 2007 - nach 2,7 Prozent im vergangenen Jahr. Thomas Cook geht davon aus, Umsatz und Ergebnis weiter steigern und weitere Marktanteile hinzu gewinnen zu können. Das Desinvestitionsprogramm, das bereits zu großen Teilen abgearbeitet ist, wird fortgeführt und die strategische Ausrichtung auf das Kerngeschäft weiter vorangetrieben. Besonderes Augenmerk liegt im laufenden Jahr auf dem Aufbau einer konzernweiten IT-gestützten Produktions-Plattform, die im Herbst mit Start in Großbritannien in die Umsetzungsphase geht. "Das schwierige wirtschaftliche Umfeld der Tourismusindustrie wird die Konsolidierung der Branche fördern", sagte der Vorstandsvorsitzende Fontenla-Novoa. "Thomas Cook ist dabei wieder in der Lage, eine aktive Rolle zu spielen."
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